Grauer Star (Katarakt)

Als Grauer Star oder Katarakt bezeichnet man die Eintrübung der Linse im Auge.
Durch die Eintrübung sieht man zunehmend schlechter. Außerdem entsteht eine höhere Blendungsempfindlichkeit.
Der Graue Star kann verschiedene Ursachen haben, die häufigste ist altersbedingt und hängt mit dem verlangsamten Stoffwechsel zusammen. Auch Drogen oder Medikamente, vor allem z.B. Kortisonpräparate, können einen grauen Star verursachen; eine durch die Katarakt - den Grauen Star also - eingetrübte Linse.

 

Behandlung des Grauen Stars

Erwarten Sie keine Hilfe von Augentropfen, es ist wissenschaftlich erwiesen, dass keine dieser Medikamente den Grauen Star aufhalten oder gar heilen könnten. Die bisher einzige wirklich hilfreiche Behandlung ist die Operation.
Den Zeitpunkt der Operation bestimmen Sie weitgehend selbst. Sie müssen entscheiden, wann ihre Sehschärfe so beeinträchtigt ist, dass sie den alltäglichen Anforderungen nicht mehr gewachsen sind. Sollten Sie Autofahrer sein, wird man den Operationstermin dementsprechend früher ansetzen, da es gesetzliche Vorschriften gibt, wieviel Prozent Sehkraft zum Autofahren benötigt wird.

 

Verhalten vor der Operation

Nach eingehender Untersuchung wird anhand einer speziellen Untersuchungsmethode die Kunststofflinse ausgemessen und berechnet, die bei der Operation in das Auge eingepflanzt wird.
Der Hausarzt muss mehrere Befunde erheben - wie EKG, Blutwerte - , die eine Operationsfähigkeit bescheinigen. Durchblutungsfördernde Medikamente müssen nach Absprache mit dem Hausarzt möglichst für ein paar Tage abgesetzt oder umgestellt werden.
Da es verschiedene Speziallinsen gibt, muss mit dem Operateur die individuell am geeignetste Kunststofflinse ausgewählt werden.

 

Vor und nach der Operation des grauen Star (Katarakt) kann Lutein zugeführt werden, da nach der Operation durch den Ersatz der getrübten Augenlinse mit einer klaren Kunststofflinse sehr viel mehr Licht ins Auge dringt, welches durch die meist altersbedingte reduzierte Anreicherung von Lutein an der Stelle des schärfsten Sehens diese schädigen kann. Es sollte zusätzlich vermehrt eine Sonnenbrille getragen werden.

 

Die Operation

Die Operation kann unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose erfolgen.
Meist wird die Operation ambulant durchgeführt.
Bei der Operation wird die getrübte Linse entfernt, und eine intraokulare Linse eingesetzt. Diese Linse besteht aus gepresstem Kunststoff und ist nur wenig schwerer als die Flüssigkeit, mit der die Augenkammern gefüllt sind. Die Flüssigkeit umspült die Linse, der optisch wirksame Teil hat einen Durchmesser von ca. 6 bis 8 mm. Für einen sicheren Sitz der intraokularen Linse sorgen am Rand befindliche Bügel.
Die meisten Patienten können mit einer solchen Linse versorgt werden, aber bei einigen schwerwiegenden Augenerkrankungen wird der Augenarzt davon abraten.

 

Verhalten nach der Operation

Auf keinen Fall an Ihrem Auge drücken oder reiben.
Sicher ist die Versuchung sehr groß, dies zu tun, denn im Rahmen des Heilungsverlaufs entsteht häufig ein Juckreiz, jedoch bei festem Druck könnten die Operationsnarben wieder aufplatzen. Diese Reizerscheinungen werden mit Augentropfen (z.B. einem Cortison-Präparat) behandelt.
Zur Nacht sollten Sie zum Schutz einen Verband oder eine Plastikklappe tragen. Vermeiden Sie, auf der Seite des operierten Auges zu schlafen.

 

Beim Waschen ist darauf zu achten, dass kein Wasser oder Seife in das operierte Auge gerät, Haare waschen in den ersten drei Wochen nur mit nach hinten geneigtem Kopf.
Fernsehen ist sofort nach der Operation möglich.
Schweres Heben und schweres Tragen sollte auf jeden Fall vermieden werden,
beim Bücken bitte darauf achten, dass mit erhobenem Kopf in die Knie gegangen wird.
Selber Auto fahren ist erlaubt, sobald Ihre Sehschärfe den Vorschriften der Straßenverkehrsordnung entspricht.

 

Sehvermögen nach der Operation

Schon einen Tag nach der Operation werden Sie normalerweise eine deutliche Verbesserung des Sehvermögens bemerken. Ihre endgültige Sehschärfe ist nach ca. 6 - 8 Wochen erreicht. Vor der Operation wird die Stärke der intraokularen Linse möglichst genau bestimmt, da dies nur bis zu einem gewissen Grad möglich ist, besteht meistens die Notwendigkeit einer leichten Brillenkorrektur.

 

Der Nachstar

Manchmal kann sich nach mehreren Wochen eine Sehverschlechterung, verursacht durch eine sich eintrübende Gewebsmembran, die sich als sogenannter Nachstar an der hinteren Kapsel bildet, einstellen. Diese Sehminderung kann mittels Laserstrahl wieder normalisiert werden.